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Deutscher Star in der Bundesliga- Geht das? 2

Bischoff Christian

3. Den eigenen Fokus steuern

Worauf Du Dich fokussierst, das empfindest Du. Worauf Du Dich konzentrierst, dass ziehst Du in Deinem Leben an. Unser ganzes Leben ist Energie. Gedanken sind pure Energie. Überlege Dir daher genau, woran Du denkst.

Das dümmste, was ein Spieler machen kann, ist ständig daran zu denken, wie schwierig es ist, in die Bundesliga zu kommen. Damit zieht er den Misserfolg magisch an.
Richte Deinen Fokus richtig aus!
Die größte Macht, die wir Menschen in unserem Leben besitzen, ist die Macht der Entscheidung!
Triff eine Entscheidung, dass Du Profi werden willst, stell Dir jeden Tag vor, dass Du es schaffen wirst, lass keine Zweifel zu und dann fokussiere Dich voll auf dieses Ziel.

Ein Bespiel für die zentrale Bedeutung Deiner Fokussierung:
Halbfinale bei einer Fußball-WM, Elfmeterschießen. Es steht unentschieden, beide Teams haben noch einen Elfmeter. Beide Spieler, die nun an der Reihe sind, sind als „Elfmeter-Spezialisten“ und „unfehlbar“ bekannt. Was nun folgt ist faszinierend:
Der eine Spieler verwandelt souverän und eiskalt, versetzt sogar noch den Torwart und lächelt beim Schuß. Der andere knallt drei (!) Meter übers Tor.
Warum ist das so?
Der erfolgreiche Schütze malt sich im Vorfeld schon das positive Ergebnis seines Schusses aus. Er weiß, wenn er das Tor JETZT macht, liegt ihm eine ganze Nation zu Füßen. Diese Vorstellung macht ihn heiß.
Der andere Spieler fürchtet, dass er zum Spott seines Volkes wird, wenn er verschießt. Genau so kommt es:
Wir bekommen im Leben IMMER, was wir mit unseren Gedanken anziehen.

Karsten Tadda hat es schon von früher Kindheit an geschafft, den Fokus auf sein Endziel „Basketballprofi“ zu steuern...
Egal, wie groß die Rückschläge waren – und davon hatte er VIELE. Wir haben in unserer Trainer-Spieler-Beziehung jahrelang daran gearbeitet – denn Erfolgs-Fokussierung muss ein Spieler lernen. Dieses Lernen geht nicht von heute auf morgen. Gerade in schwierigen Zeiten ist es essentiell, den Fokus auf dem gewünschten Endzustand zu richten. Das schaffen nur die „Weltmeister“! Deswegen ist Mentaltraining im Profi-Sport so EMMINENT wichtig. Ich bin immer wieder fasziniert darüber, dass die meisten Profiteams kein Geld in externes Mentaltraining investieren. Denn Erfolgs-Fokussierung ist langfristig purer Erfolg.



4. Das richtige Umfeld finden

Dieser Punkt ist sehr entscheidend! Karsten Tadda hatte das richtige Umfeld: zu Hause mit seinen immer unterstützenden Eltern und in der Halle mit den richtigen Trainern.
Viele Spieler sagen, das Umfeld hat viel mit Glück zu tun. Man kann es sich nicht aussuchen.

Dem widerspreche ich ganz entschieden. Wenn Du eine Person bist, die andere Menschen mögen, dann kommt das richtige Umfeld oft wie durch ein Wunder auf Dich zu. Jeder Trainer liebt die wenigen Spieler, die jeden Tag mit voller Intensität trainieren, Teamplayer sind, aufmerksam zuhören, konstante Lernbereitschaft signalisieren, etwas Demut zeigen, gleichzeitig aber selbstbewusst auftreten und immer offen für Neues sind – in einem Wort: mit denen es eine Freude ist zu arbeiten.

Jeder Mensch ist für eins verantwortlich: seinen Ruf. Ein unschlagbarer Ruf sorgt früher oder später dafür, dass immer mehr Menschen mit dir zusammen arbeiten wollen. Arbeite daran, dass Du einen außergewöhnlich guten Ruf bekommst. Profisport hin oder her: Du arbeitest mit Menschen zusammen– Du bist im „Menschengeschäft“! Da sind zwischenmenschliche Qualitäten unbezahlbar.


Ich bin ehrlich: es war als Trainer für mich JAHRELANG UND ZU JEDER ZEIT eine pure Freude mit Karsten Tadda zu arbeiten – egal, ob er 10 Jahre alt war, mit 15 in der Pubertät steckte oder heute 21 Jahre alt ist. Wenn er als Spieler in die Halle kam, ging es mir als Trainer besser!
Warum?
Weil ich wusste, dass ich mich immer 100%ig auf ihn verlassen kann, er immer sein Bestes gibt und lernbereit ist. Er steht als Trainer immer voll hinter mir, auch wenn ich mal Mist baue oder schlecht coache und nimmt nichts persönlich. Was kann ein Trainer mehr verlangen?

Ich erzähle Dir das, damit Du die Trainer-Perspektive verstehst: Trainer sind auch nur Menschen. Menschen arbeiten und fördern lieber Mitmenschen, die sie mögen.
Schlussfolgerung: sei ein mögenswerter Spieler! Es muss anderen Freude machen, mit Dir arbeiten zu DÜRFEN! Dann kommt das richtige Umfeld für Dich von selbst.

Ich kenne zahllose junge Spieler, die hatten Talent ohne Ende, doch kein Trainer mochte mit ihnen arbeiten, weil sie einen schlechten Charakter hatten. Vielen Spielern hat ihr fehlender Charakter ihre Karriere gekostet!



5. Proaktiv sein

Wer Profi werden will, muss seine Karriere selbst aktiv in die Hand nehmen. Du darfst nicht warten, bis andere auf dich zukommen – Du machst den ersten Schritt. Immer!

Die Mannschaft hat frei. Du trainierst!
Jetzt fragen die meisten deutschen Spieler: „Mit wem? Mein Trainer ist nicht da!“
Egal, du trainierst. Alleine! In der Halle!
Wenn du keinen Schlüssel bekommst, dann zieh dir Outdoor-Sachen an und trainiere auf dem Freiplatz. Wenn es regnet, ziehst Du noch eine Regenjacke an. So habe ich es mit 15 Jahren auch gemacht.
Es gibt keine Entschuldigung, nicht besser werden zu können.

Du willst zu einem guten Verein, um die bestmöglichste Förderung zu bekommen? DU rufst dort an, Du stellst Dich vor, Du telefonierst so lange nach, bis Du zum Probetraining eingeladen wirst. Du trittst respektvoll und höflich auf und verkaufst Dich so gut wie möglich.
Wenn ein Verein „NEIN“ sagst, dann gehst du zum nächsten!
Das Leben erfüllt immer den Menschen Ihre Lebensträume, die dranbleiben ohne aufzugeben. Folgende Regel gilt zu Beginn Deiner Karriere:
Es ist wichtiger WIE der Verein Dich fördert, als WIEVIEL er Dir monatlich bezahlt! Werde nicht zu früh „Geldgeil“.

Du merkst, dass Du zum Spielball anderer wirst? Du lernst laut und deutlich „NEIN“ zu sagen, eine eigene Meinung zu haben. Im Profisport muss man sich manchmal auch selbst schützen. Sei höflich, trete dennoch als Persönlichkeit auf. Dein Körper ist Dein unersetzbares Kapital. Auch dieses Beispiel ist „Proaktiv sein“.

Wenn ein junger deutscher Spieler diese fünf Punkte täglich lebt und noch etwas Talent hat, dann sehen wir ihn in einigen Jahren garantiert in der Bundesliga! Erzähle mir nicht, dass es nicht funktioniert, bis Du nicht 10.000 Stunden aktives Handeln vorweisen kannst!
Denke daran:
Du kannst es schaffen, wenn Du es nur WIRKLICH willst!

Tags: bischoff, junge spieler, psychologie, basketball, trainer

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Comments

(5)
 
Stephan Kreutzer (18)
08.05.10 - 22:18 Uhr
Dieser Artikel ist einfach nur geil! Das ist pure Motivation! Vielen Dank dafür und bitte mehr davon! :-)

 
OBB
12.01.10 - 0:38 Uhr
PISSY???
 
Christian
09.01.10 - 16:42 Uhr
Zu den Zielen setzen, sind die großen maximalen Ziele den immer wünschenswert, sind den nicht viele kleine Ziele mit den großen in Hintergedanken nicht besser?

Ach ja, da ich grade auf SD die diskussion entwicklung am College oder hier in Deutschland gelesen hab. Was haltet ihr für besser für die Spielerentwicklung, in Deutschland rein Focussiert auf den Basketball mit vermutlich stärkeren Spielern zu trainieren oder am College "neben" den Studium mit den excellenten Umfeld am seinen Spiel zu arbeiten?
 
tmpernod
08.01.10 - 23:53 Uhr
Lieber Christian Bischoff, Du solltest Dir bei Zeiten einmal irgendeine CD von Funny van Dannen anhören!
Ich bekomme bei solchen Texten (wie Deinem hier) eine Gänsehaut. Du magst in vielen Dingen völlig Recht haben, anscheinend bist Du erfolgreich und es funktioniert somit vermutlich sogar. Trotzdem hätte ich große Bedenken, meinen Sohnemann jemandem mit einem Habitus, wie Du ihn an den Tag legst, anzuvertrauen.
 
M
08.01.10 - 13:45 Uhr
Guter Artikel, das sind sicher fast alles die Vorraussetzungen um in Deutschland Bballprofi zu werden.
Aber angenommen eine junges deutsches Talent hat alle Jugendmannschaften eines Vereines durchlaufen, spielt vllt. schon in einem Farmteam eines BBBL-Vereins und steht jetzt kurz vor dem Abitur. Der Junge muss sich jetzt Gedanken um seine weitere Zukunft machen. Was nun? In Deutschland mit allen Mitteln versuchen Profi zu werden, was in der heutigen Zeit mit dieser Nicht-Deutschen-Quote schonmal mind. 3-4 Jahre dauern kann, oder ab in die Staaten, vllt. an ein College oder Junior College, dort unter professionellen Bedingungen Ball spielen und gleichzeitig einen College Abschluss machen?! Vorgemacht haben es die Nationalspieler Jagla, Wysocki, Idbihi und noch viele andere.
Zur Zeit sorgt Elias Harris bei den Gonzaga Bulldogs für Furore, zu seinem Entschluss in den USA seine Karriere fortzusetzen sagte er, er spiele lieber am College vor 20.000 Zuschauern, als in Deutschland vor 3.500 Zuschauern auf der Bank zu sitzen. Kann ich verstehen! Im derzeitigen 2010 Mock Draft ist er als 15ter geranked und macht viele NBA Scouts auf sich aufmerksam. Auch Lucca Staiger bei den Iowa State Cyclones spielt eine gute Saison. Christian Standhardinger wird am Wochenende bei den Nebraska Cornhuskers das erste Spiel nach seiner Sperre für Non-Conference Games bestreiten.
Auf der anderen Seite haben es auch die anderen jungen Wilden in der BBBL geschafft. Benzing und Günther in Ulm, Schwethelm in Bremerhaven, Pleis und Tadda in Bamberg und Ohlbrecht in Bonn fallen mir auf die Schnelle ein. Aber viel mehr als gute Rollenspieler sind sie zur Zeit nicht.
Doch was ist der nächste Stufe? Die würde in der NCAA einfacher zu nehmen sein. In die Bundesliga kommt man mit guten bis durchschnittlichen Leistungen immer zurück, doch von der NBA träumen fast alle Basketballer.
Wenn es nicht direkt für ein NCAA Team reichen sollte, es gibt auch noch die NJCAA, für viele gute Spieler ein Sprungbrett in die NCAA, siehe Kevin Schaffartzik und Thomas Schoeps, die es so diese Saison versuchen (Spekulation).
Das waren einfach so meine Gedanken, die ich in den letzten Tagen hatte, hätte ich wahrscheinlich nie gehabt, wenn in deutschen Bundesligavereinen auch deutsche Spieler spielen würden und diese Zeit kriegen sich zu entwickeln. Lieber junge Deutsche als zweit bis drittklassige Amis, aber das geht ja fast jedem so.
Jetzt aber genug, ich bin raus!
Grüße! M

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Profile

Christian Bischoff

Updates | Profile
Christian Bischoff ist Experte für Selbstmanagement, Erfolgsstrategien und Lebensglück.
Bereits mit 16 Jahren spielte er in der Basketball-Bundesliga und mehrere Jahre für die deutsche Junioren-Nationalmannschaft. Er erhielt ein Sport-Stipendium an einer amerikanischen Universität, spielte mit Dirk Nowitzki und bestritt aktiv zwei Europa-Meisterschaften für den Deutschen Basketball Bund.

Auf Grund einer Verletzung begann Christian Bischoff bereits mit 19 Jahren seine Führungskarriere und Cheftrainer-Laufbahn. Er war mit 25 Jahren einer der jüngsten Bundesliga-Cheftrainer, arbeitete international für den Deutschen Basketball Bund und coachte eine Nachwuchs-Europameisterschaft.

Die langjährige Zusammenarbeit mit hunderten von erwachsenen und jugendlichen Profi-Spielern weltweit, sowie die direkte Zusammenarbeit mit den Trainer-Shooting-Stars der Branche wie Bundestrainer Dirk Bauermann oder USA-Cheftrainer Mike Krzyzewski haben ihm früh dazu verholfen, eine enorme Vielseitigkeit in der Menschenführung zu entwickeln, individuelle Förder-Strategien zu entwerfen und mit außergewöhnlichen Kommunikationswegen jeden Gecoachten dort abzuholen, wo er steht.

Parallel zum Profi-Sport schloss der diplomierte Kaufmann sein Studium an der Fernuniversität Hagen ab, baute das national erfolgreichste Basketball-Nachwuchsprogramm in Bamberg auf, nahm als Coach an sechs Deutschen Meisterschaften teil und arbeitete als jüngster Business-Consultant für das weltweit größte Beratungsunternehmen. Anschließend machte er sich als Trainer und Coach selbständig um kurz darauf die Christian Bischoff LIFE GmbH zu gründen. Er ist mehrfacher Buch- und Hörbuchautor.

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