Heute will ich nicht über meine Erfahrungen im Basketball schreiben.
Ich möchte jetzt gar nicht über Basketball schreiben, sondern möchte Euch zwei, mindestens für mich, interessante Fragen stellen...
1. Wie wird Eurer Meinung nach "Social Media" den Sport im allgemeinen verändern?
Dazu möchte ich Euch 2 Hints geben:
-Twitter: Lance Armstrong hat auf Twitter 2.416.205 Follower
-Facebook: Ronaldo hat in diesem Moment auf seiner Facebook Fanseite 3.280.408 Fans
2. Wie können Sportler und Vereine diese Platform für sich ausnutzen?
Da ich mich sehr intensiv, auch beruflich, mit diesem Thema beschäftige würde mich Eure Meinung zu diesem Thema sehr interessieren...
Hallo zusammen! Eine wirklich sehr interessante Diskussion über ein Thema, das aktueller denn je ist. Meine subjektive Wahrnehmung der "Social Media" (oder des "Web 2.0") ist, dass wir gerade an dem Punkt sind, dass sie voll Einzug erhalten haben in alle Lebensbereiche und die Bevölkerungsmehrheit der westlichen Welt etwas mit den Begriffen Facebook, Twitter, etc. anfangen kann. Der BWLer würde sagen: Die Sättigung ist erreicht, der Grenznutzen sinkt.
Ich möchte meine Sichtweise bzw. der Usabilty solcher Medien mal an ein paar Stichpunkten aufzeigen, die hier bereits gefallen.
Nachhaltigkeit: Die meisten von uns (sagen wir mal die "Ü25er") haben die Medialisierung hautnah miterlebt. Als Steppkes sind wir noch zum Spielen auf die Straße gegangen als heimlich bereits die ersten Commodores und später 486er in die Wohnungen eingezogen sind. Dann kam das flächendeckende Internet, zuerst mit Modems und Minutenpreisen, dann Flatrates und DSL. Um an Marko anzuknüpfen: Daran könnt Ihr schon sehen, dass die Entwicklung ohnehin nicht aufzuhalten ist. Spätestens seitdem es DSL gibt sind die Techniken dieselben, aber die Gesellschaft brauchte noch Jahre, um voll im Web 2.0 angekommen zu sein. Wir sind heute also immer noch auf einem kleinen Punkt im Zeitstrahl einer großen Entwicklung und - wie bereits gesagt - ich glaube, dass wir fast das Maximum erreicht haben und somit die Social Medias einfach normal sein werden in den nächsten Dekaden - fast keine andere Entwicklung in der Menschheit wird das soziale Leben nachhaltiger beeinflussen. Wertfrei formuliert. Wie man das nun findet ist die andere Frage, ich für meinen Teil akzeptiere das und sehe es wie Marko (die Herausforderung ist damit umzugehen und es einzusetzen), aber bin dennoch froh, dass ich noch das Privileg hatte zu kennen wie es ist, zum Spielen auf die Straße zu gehen und meine Kumpels dafür rauszuklingeln. Warum das so nachhaltig ist? See next step.
Schmelztiegel: Warum bin ich der Meinung, dass wir in der Sättigungsphase einer großen Entwicklung sind. Weil wir erlebt haben, dass in den letzten Online-Marktplätze für all unsere Bedürfnisse entstanden sind, seien es nun private oder berufliche. Alle Portale haben eines gemeinsam: Es gibt sie nur EINMAL, sie haben absolute Monopole. Angefangen hat das mit eBay, dann kam StudiVZ, damals eine geile Sache für Leute wie mich, die zu der Zeit voll im Studileben waren, dann haben aber selbst "wir" entdeckt, dass Facebook besser ist, internationaler und der Trend geht gerade extrem von StudiVZ in Richtung Facebook. Das stützt meine These: Wozu bräuchte man ein zweites eBay und man braucht eigentlich auch nur eine "Social Community", die durch andere, weniger wichtigere und teilweise milieugebundene Portale (wie Crommunity.com) ergänzt werden. Aufgrund dieser zweckgebundenen, aber darin total monopolistischen Stellung wird es diese Portale in absehbarer Zeit immer geben, weil einfach alle da sind und man mit allen Kontakt haben / herstellen kann. In der Disco fragt man nicht mehr nach der Handynummer, sondern "Sag mal, bist Du bei Facebook? Wir könnten uns ja adden! *zwinker*". Ich als selbstständiger Personalvermittler sitze am Tag stundenlang vor XING. Warum? Weil ich da fast alle meine Bewerber her ziehe. Glaubt mir, ich checke auch fast täglich andere Quellen, aber eigentlich könnte ich es auch lassen, denn ALLE sind sie da - genauso wie alle bei eBay sind, etc.
Relevanz fürs (Kommunikations-)Marketing: Das war ja die Frage, die mitschwingt und Gina hat es geil getroffen: Ich denke, dass die Social Medias besonders budgetsparend sein können, und das besonders für Menschen und Produkte, die im "Start Up" sind. Ein Beispiel: Mein bester Kumpel ist geborener Kroate aus Essen, etabliert sich aber gerade als "Schlagersänger" auf dem Balkanmarkt, auf dem er bis dato völlig unbekannt war. Also hat er erstmal klassischerweise alles richtig gemacht (bekannte Liedschreiber ins Boot geholt, Kohle für Spots und Shootings rausgehauen, Leute von sich überzeugt, sich über sein Image Gedanken gemacht, Zeitungsartikel platziert). Dennoch garantiert das nicht den Erfolg. Der Erfolg kam erst durch Facebook: Da hat er sein Profil ordentlich angelegt, führt es regelmäßig und hält mit seinen meist weiblichen Fans Kontakt und spielt mit den Inhalten, die er anzubieten hat: Er platziert dort seine Fotos, Videospots und da seine Basis die bestlaufende kroatische Hochzeitsband Deutschlands ist (jaja, sowas gibt es) gibt er dort Konzerttermine und News bekannt und "sammelt" bei jedem Event und jeder Hochzeit weiter Fans, die ihn dort adden.
Gäbe es das Web 2.0 nicht, dann hätte er weiterhin "nur" seine Homepage. Auf die man vielleicht alle paar Wochen mal schaut, wenn überhaupt. Da aber alle bei Facebook sind "followen" sie ihm dort durch eine einfache Freundschaftsanfrage und kriegen dort alles neues mit, was er so macht und fühlen sich ihm sogar nahe wenn sie erfahren, dass er gerade ne Pizza Sardegna vom Köln-Mülheimer Pizzataxi geordert hat.
Die Kommunikationsbotschaft (in diesem Fall "Sänger -> Fan") läuft also ständig mit, kostenlos, schnell und aktuell, wohingegen ansonsten gerade für die Kommunikation richtig Kosten rausgehauen werden müssten, um annährend diesen Bekanntheitsgrad zu erreichen.
Zu Eurem Dwayne Wade Beispiel: Ich denke, für Megastars wie Wade gibt es im Web 2.0 wenig Chancen, noch bekannter zu werden, da Nike (mit Wade) auch genug Geld hat, um alle Medien zu bedienen (Anzeigen, Plakate, TV-Spots ohne Ende, Omnipräsenz). Da sich aber das Medienverhalten der Menschen verändert, hin zum Web 2.0 und vor allem hin zum aktiven gestalten der Web-Aktivitäten, kann man nicht mehr nur mit Kommunikation berieseln sondern MUSS auch in diesen Medien vertreten sein und nach Möglichkeit auch Chancen bieten, um die Werbebotschaft vom User aktiv einbinden zu lassen.
So kann man "Fan" von Dwayne Wade auf Facebook werden und so allen Zeigen, dass man eben ein solcher ist.
Dennoch (und das ist meine Meinung dazu): Gegenüber der "normalen" Welt kann ein Megastar im Web 2.0 nur verlieren oder bestenfalls sein Niveau halten. Denn während er sonst dank seiner fast unbegrenzten Mittel der Marketingmaschinerie omnipräsent war kann er nur durch das aktivere Userverhalten versuchen, diesen Verlust an Aufmerksamkeit durch Präsenz auf diesen Seiten zu minimieren.
So much for my fare ...
Zum Abschluß: Was ich gerade übrigens (voll subjektiv) gerade geil finde ist, dass ich durch Web 2.0 (Facebook, Twitter) gerade schon merke, wie geil viele schon auf den All Star Day heute Abend sind. Das schürt auch in mir hier im Schlafanzug die pure Vorfreude. In diesem Sinne: See you at the Dome und danach im Schwarzlicht!
die meinungen hier sind sehr interessant!!!
ich bin der meinung das die sportart an sich, sich nicht ändern wird (regelwerk). das was ich meine ist folgendes: ein verein bekommt die möglichkeit gezielt seine fanbase zu bauen und diese gezielt JEDERZEIT anzusprechen. weiterhin hat der verein die möglichkeit diese fanbase jederzeit zu analysieren und nach bedarf zu handeln, vor allem bei akuten problemen. vor allem aber bietet diese platform ein zusätzliches marketing instrument sponsoren anzusprechen. sagen wir mal die zielgruppe eines bball vereins sind familien mit kindern und studenten. wenn ein bbal verein 50.000 follwer hat, wäre dann nicht ein sponsor deren zielgruppe die gleiche ist, nicht daran interessiert diese leute direkt anzusprechen, die werbung gezielt zu setzten und zwar jederzeit?
im gegensatz zu südeuropa wo die meisten vereine von einer person finanziert werden, ist es in deutschland z.b. so das die vereine um jeden euro kämpfen müssen. web 2.0 ist umsonst und diese möglichkeiten müssen maximal ausgenutzt werden.
man kann jetzt natürlich sagen:" ja aber, es dauert zu lange, und wenn wir in usa wäre könnte es vielleicht funktionieren. aber hier ist es einfach nicht so weit, bla, bla, bla..."
klar, man kann so argumentieren.
aber wenn man eine saison als sportler anfängt, dann fängt man nicht sich vorzubereiten am 1. spieltag, sondern 2 monate vorher.
ich meine web 2.0 im sport kommt und vor allem vereine sollten sich jetzt schon darauf vorbereiten wenn diese zeit gekommen ist, startklar zu sein....
Grit Golda
21.01.10 - 18:38 Uhr
@Jan: Ich denke "selbstreinigender Mechanismus" ist das A und O und für mich persönlich das Statement des Tages, denn ich denke du hast Recht: früher oder später wird sich der Hype wandeln und entweder durch etwas Neues oder etwas Recyceltes ersetzt werden. Für den Moment und jeden Einzelnen bleibt es aber vor allem eine eigenständige Entscheidung: Nehme ich an diesem Prozess teil und nutze ihn soweit ich kann für mich und mein Unternehmen oder sage ich "seis drum" halte mich auf Abstand und sehe was passiert? Ich glaube auch, dass Social Media nicht für alle Bereiche anwendbar ist. Aber gerade im Sport gibt uns Twitter und Co einfach die Möglichkeit - gerade als Fan- eine neue Art von Gemeinsamkeit zu erleben. Live-Ticker der Vereine? Nice to have. Tweets von einem Fan der genauso tickt wie ich und mir nicht die Lebensgeschichte jedes Spielers aufs Auge drückt und erst fünf Minuten nach dem Buzzerbeater sagt "Ach ja: Sieg!" wie es in Live kommentaren so gern gehandhabt wird?? Na immer gern, nur her damit. Ich denke gerade im Sport bieten sich hier also Möglichkeiten den Usern/Fans/Kunden einen Mehrwert durch Social Media zu verschaffen. Erst wenn die Stahlindustrie anfängt zu twittern welchen Grad in der Kohleschmelze gerade vorherrscht würde auch ich sagen: Stop it! -Obowhl: alles eine Frage des persönlichen Interesses.
Jan d´Heureuse
21.01.10 - 15:43 Uhr
Ich glaube schon, dass es einen direkten Einfluß auf den Sport haben könnte. Es ist doch eigentlich eine selbstlaufende Ereigniskette. Zuerst haben ebstimmte einzelne Sportstars eine Auftritt auf irgendeiner Plattfomr. Dort steigert sich das in ein Extrem (siehe Ronaldo oder Armstrong). Es wird also über kurz oder lang zu einem "Must-Have" follower oder friend auf diesen Auftritten zu sein. Man muß einfach dazugehören. Im weiteren tritt dann der sportliche Erfolg (etwas) in den Hintergrund. Es wird immer bedeutender, wir "hipp" der eine oder andere Star ist. Demzufolge ändert sich auch das Kaufverhalten bezüglich der von ihm beworbenen Produkte und auch die Leute die ihn/sie Live sehen wollen werden mehr. Somit hat der Sportler ein viel stärkeres Druckmittel für seine Gehaltsverhandlungen. Gäbe es zum Beispiel in der NBA keinen Salary Cap würde Gehälter von LBJ und co. schon längst die 100 Millionen $ Grenze durchbrechen.
die GEaschwindigkeit dieser Entwicklung ist vielleicht der einzige selbstreinigende Mechanismus dieser ganzen Entwicklung. Ich sehe das ja an mir selber. Ich komme mir immer mehr antiquiert vor, da ich weder "twittere" noch via mobile phone ins internet gehe. Auch itunes sind für mich eher ein Eiergericht. Ich denke, dass das früher oder später vielen Menschen so gehen wird.
Uli
21.01.10 - 14:57 Uhr
Um der Diskussion mal eine andere Richtung aufzuweiden...
Also, ich denke, dass der Sport sich garnicht so sehr radikal ändern wird, denn:
1. Was Social Media im Kern bedeutet und was ja auch im Video anklang, ist, das die Reflexions- und Reaktionszeit für ein bestimmtes Ereignis (z.B. gamewinning Buzzerbeater von LBJ im 7. Spiel der Finals 2010 ;) ) immer weiter sinkt, d.h. Menschen können schneller auf ein Ereignis reagieren und reflektieren bzw. können auch die Reaktionen anderer Teilnehmer schneller einsehen und wiederum verarbeiten und darauf reagieren.
2. Der Sport als solcher wird aber nicht schneller, sondern nur die externe Reaktionszeit des Betrachters, von daher wäre die einzige radikale Veränderungsmöglichkeit, das der Sport an sich zu schnelleren Abläufen findet und das wäre nicht umbedingt wünschenswert. Oder wollen wir wirklich z.B. fliegenden Wechsel oder verkürzte Auszeiten/ Viertel- und Halbzeitpausen?
3. Deshalb muss ich Stephen Arigbabu recht geben, wenn er fragt: Wo wird das alles enden? Die Welt dreht sich schon immer schneller, Burn-Out und leistungsdruckinduzierte Erkrankungen (z.B. Depressionen) nehmen immer mehr zu. Es gibt ja nicht umsonst Gruppierungen wie Slow-Food o.ä. die auf Entschleunigung setzen. Ich gebe dir recht Marco, man muss sich anpassen, aber zu welchem Zweck??? Das alles noch schneller und unübersichtlicher wird? Oder sollten wir mal bewusst versuchen das Ganze zu entschleunigen und den Prozess eben nicht als zwangsläufig hinzunehmen, sondern ihn zu gestalten, das wieder mehr Reflexions-und Reaktionszeit gestattet wird?
Jan d'Heureuse
21.01.10 - 14:22 Uhr
Interessant zu beobachten wäre aber, wie nachhaltig so eine Form der WErbung ist bzw. wie lange diese Form bestand hat? Auch wenn Sociela Media offensichtlich keine Modeerscheinung ist, so basiert sie doch in starkem Maße auf den technischen Weiterentwicklungen. Ich bin mir sicher, dass es eine Zeit geben wird, in der sich die Menschen mit dieser Infomationsflut überfordert bis sogar belästigt fühlen. Da wird es dann eben wiederrum eher kontraprodukitv sein, Product Placment über Twiiter Messages zu betrieben.
Ich glaube, dass das ganze Social Networking-System große Potenziale gerade für diejenigen bietet, die über nur geringe bis nicht existente Marketingbudgets verfügen: Die meisten Plattformen kosten nichts und die Zielgruppe ist meist sehr genau zu bestimmen: wenn ich Studenten erreichen will geh ich zu Studi, will ich die breite Masse der höheren Einkommens- und Bildungsstufen geh ich zu Facebook, will ich die breite Masse der mittleren bis geringen Einkommens- und Bildungsstufen gehe ich tendenziell eher zu wkw, will ich Sponsoren und Businesskontakte gehe ich zu Xing, möchte ich Schüler ansprechen gehe ich zu Schülerprofile.de und will ich nur die Basketballer gehe ich demnächst wahrscheinlich zu openbasket.de and so on..
Mit ein bisschen Verständnis für Zielgruppen, deren Bedürfnisse und die Funktionsweise der meisten Plattformen ist es so sehr einfach mit (relativ) geringem Aufwand sehr viele Potenziale zu nutzen.
Es geht doch längst nicht mehr darum ob wir es nutzen, sondern wie am effektivsten. Bestes Beispiel hierfür ist facebookbiz.de!
Und Marko: man müsste schon sehr naiv sein, zu glauben das MJ nur rein zufällig mit seinen Sneakern abgebildet ist. Aber genau das ist das Entscheidende: Es darf niemals gewollt aussehen.
mir geht es in erster linie nicht um die spielergehaelter! deswegen auch die frage wie die vereine diese platform nutzten koennten....
ein weiteres beispiel ist der twitter account von d.wade: http://twitter.com/dwadeofficial
jetzt, im gegensatz zu armstrong hat er "nur" 160.000 follwer.
glaubt ihr wirklich das bild mit mj und dem nike schuh ist nur zufaellig zu sehen?
Jan d'Heureuse
20.01.10 - 17:35 Uhr
@Chris: Ich finde es nur zeitweilig problematisch, dass diese Medien die Funktion einer Bild-Zeitung übernehmen, indem sie nämlich den Leuten eine Meinung bilden. Genau darin sehe ich ja auch eine Gefahr in diesen Medien. Wenn genügend Leute sich einer Idee, Meinung oder auch nur Äußerung anschließen und sei es auf einem relativ anonymen Weg, dann wird aus einer idiotischen, vielleicht sogar spaßig gemeinten Äußerung sehr schnelle eine "Wahrheit". Dafür ist die Zeit einfach zu schnell lebig. Beste Beispiel dafür ist doch die Falschmeldung über die Kostenpflicht für Facebook.
Christian
20.01.10 - 15:42 Uhr
Ich glaube Marko hätte kein problem damit, wenn Sportler gehälter in die Höhe getrieben werden.
persönlich kann ich twitter nichts abgewinnen, und sehe auch Facebook und Co. nicht grade als besten ort für "allgemeines" an. Den Qualitatative Beiträge gehen da gerne unter, und man schließt viele Nutzer aus die nicht in Facebook aktiv sind. Um kontakt mit Freunden zu halten, haben solche Seiten aber imho ihren Reiz und über aktuelles kann man dort auch diskutieren(aber das geht hier doch auch)
Jan d'Heureuse
20.01.10 - 11:54 Uhr
Für mich stellt sich in erster Line da immer die Frage der Nachhaltigkeit. Ich bemerke das doch bei mir selber. Am Anfang fügt man nur Personen seinen Listen auf etlichen Seiten als Kontakt hnzu, welche man wirklich kennt und bestätigt auch nur solche. Nach und nach wird das aber immer "unselektiver". Die persönliche Note tritt dabei in den Hintergrund und die Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit tritt immer mehr in den Hintergrund. Damit wird sich der Personenkult im Sport immer mehr in die Höhe treiben und die Preisspirale in Bezug auf Spielergehälter und Merchandise-Einnahmen unvorhersehbar hochtreiben. Man stelle sich nur einmal vor, diesen Inpact von Social Media hätte es zu Zeiten vom Michael Jordan schon gegeben.
Auf der anderen Seite bin aber auch froh über diese Medien, da sie gerade im charitativen Bereich eine hervoragende Plattform bieten, um auf seine jeweiligen Projekte aufmerksam zu machen und Support zu akquirieren.
jens
20.01.10 - 1:18 Uhr
Ich würde mich fragen wie kann ich dieses potentail von 3.000.000. fans nutzen...entweder man verkauft seine daten ... oder man macht schleichwerbung und bekommt dafür haufen kohle...oder man macht ne neue religion auf ;)
man braucht nicht vor etwas angst zu haben das sowieso kommt...man muss sich anpassen! stephen, stell dir vor du hättest 3 millionen follower auf twitter. was würdest du als aller erstes machen?
Sehr interessantes Video.. Sehr viele Fakten. Ich muss die Gegenfrage stellen: Wo wird das alles enden?? Am besten fand ich, dass an dem College keine email Adressen mehr verteilt werden!! Also: Mir machen diese Fortschritte langsam Angst.....
Comments
(14)Ich möchte meine Sichtweise bzw. der Usabilty solcher Medien mal an ein paar Stichpunkten aufzeigen, die hier bereits gefallen.
Nachhaltigkeit: Die meisten von uns (sagen wir mal die "Ü25er") haben die Medialisierung hautnah miterlebt. Als Steppkes sind wir noch zum Spielen auf die Straße gegangen als heimlich bereits die ersten Commodores und später 486er in die Wohnungen eingezogen sind. Dann kam das flächendeckende Internet, zuerst mit Modems und Minutenpreisen, dann Flatrates und DSL. Um an Marko anzuknüpfen: Daran könnt Ihr schon sehen, dass die Entwicklung ohnehin nicht aufzuhalten ist. Spätestens seitdem es DSL gibt sind die Techniken dieselben, aber die Gesellschaft brauchte noch Jahre, um voll im Web 2.0 angekommen zu sein. Wir sind heute also immer noch auf einem kleinen Punkt im Zeitstrahl einer großen Entwicklung und - wie bereits gesagt - ich glaube, dass wir fast das Maximum erreicht haben und somit die Social Medias einfach normal sein werden in den nächsten Dekaden - fast keine andere Entwicklung in der Menschheit wird das soziale Leben nachhaltiger beeinflussen. Wertfrei formuliert. Wie man das nun findet ist die andere Frage, ich für meinen Teil akzeptiere das und sehe es wie Marko (die Herausforderung ist damit umzugehen und es einzusetzen), aber bin dennoch froh, dass ich noch das Privileg hatte zu kennen wie es ist, zum Spielen auf die Straße zu gehen und meine Kumpels dafür rauszuklingeln. Warum das so nachhaltig ist? See next step.
Schmelztiegel: Warum bin ich der Meinung, dass wir in der Sättigungsphase einer großen Entwicklung sind. Weil wir erlebt haben, dass in den letzten Online-Marktplätze für all unsere Bedürfnisse entstanden sind, seien es nun private oder berufliche. Alle Portale haben eines gemeinsam: Es gibt sie nur EINMAL, sie haben absolute Monopole. Angefangen hat das mit eBay, dann kam StudiVZ, damals eine geile Sache für Leute wie mich, die zu der Zeit voll im Studileben waren, dann haben aber selbst "wir" entdeckt, dass Facebook besser ist, internationaler und der Trend geht gerade extrem von StudiVZ in Richtung Facebook. Das stützt meine These: Wozu bräuchte man ein zweites eBay und man braucht eigentlich auch nur eine "Social Community", die durch andere, weniger wichtigere und teilweise milieugebundene Portale (wie Crommunity.com) ergänzt werden. Aufgrund dieser zweckgebundenen, aber darin total monopolistischen Stellung wird es diese Portale in absehbarer Zeit immer geben, weil einfach alle da sind und man mit allen Kontakt haben / herstellen kann. In der Disco fragt man nicht mehr nach der Handynummer, sondern "Sag mal, bist Du bei Facebook? Wir könnten uns ja adden! *zwinker*". Ich als selbstständiger Personalvermittler sitze am Tag stundenlang vor XING. Warum? Weil ich da fast alle meine Bewerber her ziehe. Glaubt mir, ich checke auch fast täglich andere Quellen, aber eigentlich könnte ich es auch lassen, denn ALLE sind sie da - genauso wie alle bei eBay sind, etc.
Relevanz fürs (Kommunikations-)Marketing: Das war ja die Frage, die mitschwingt und Gina hat es geil getroffen: Ich denke, dass die Social Medias besonders budgetsparend sein können, und das besonders für Menschen und Produkte, die im "Start Up" sind. Ein Beispiel: Mein bester Kumpel ist geborener Kroate aus Essen, etabliert sich aber gerade als "Schlagersänger" auf dem Balkanmarkt, auf dem er bis dato völlig unbekannt war. Also hat er erstmal klassischerweise alles richtig gemacht (bekannte Liedschreiber ins Boot geholt, Kohle für Spots und Shootings rausgehauen, Leute von sich überzeugt, sich über sein Image Gedanken gemacht, Zeitungsartikel platziert). Dennoch garantiert das nicht den Erfolg. Der Erfolg kam erst durch Facebook: Da hat er sein Profil ordentlich angelegt, führt es regelmäßig und hält mit seinen meist weiblichen Fans Kontakt und spielt mit den Inhalten, die er anzubieten hat: Er platziert dort seine Fotos, Videospots und da seine Basis die bestlaufende kroatische Hochzeitsband Deutschlands ist (jaja, sowas gibt es) gibt er dort Konzerttermine und News bekannt und "sammelt" bei jedem Event und jeder Hochzeit weiter Fans, die ihn dort adden.
Gäbe es das Web 2.0 nicht, dann hätte er weiterhin "nur" seine Homepage. Auf die man vielleicht alle paar Wochen mal schaut, wenn überhaupt. Da aber alle bei Facebook sind "followen" sie ihm dort durch eine einfache Freundschaftsanfrage und kriegen dort alles neues mit, was er so macht und fühlen sich ihm sogar nahe wenn sie erfahren, dass er gerade ne Pizza Sardegna vom Köln-Mülheimer Pizzataxi geordert hat.
Die Kommunikationsbotschaft (in diesem Fall "Sänger -> Fan") läuft also ständig mit, kostenlos, schnell und aktuell, wohingegen ansonsten gerade für die Kommunikation richtig Kosten rausgehauen werden müssten, um annährend diesen Bekanntheitsgrad zu erreichen.
Zu Eurem Dwayne Wade Beispiel: Ich denke, für Megastars wie Wade gibt es im Web 2.0 wenig Chancen, noch bekannter zu werden, da Nike (mit Wade) auch genug Geld hat, um alle Medien zu bedienen (Anzeigen, Plakate, TV-Spots ohne Ende, Omnipräsenz). Da sich aber das Medienverhalten der Menschen verändert, hin zum Web 2.0 und vor allem hin zum aktiven gestalten der Web-Aktivitäten, kann man nicht mehr nur mit Kommunikation berieseln sondern MUSS auch in diesen Medien vertreten sein und nach Möglichkeit auch Chancen bieten, um die Werbebotschaft vom User aktiv einbinden zu lassen.
So kann man "Fan" von Dwayne Wade auf Facebook werden und so allen Zeigen, dass man eben ein solcher ist.
Dennoch (und das ist meine Meinung dazu): Gegenüber der "normalen" Welt kann ein Megastar im Web 2.0 nur verlieren oder bestenfalls sein Niveau halten. Denn während er sonst dank seiner fast unbegrenzten Mittel der Marketingmaschinerie omnipräsent war kann er nur durch das aktivere Userverhalten versuchen, diesen Verlust an Aufmerksamkeit durch Präsenz auf diesen Seiten zu minimieren.
So much for my fare ...
Zum Abschluß: Was ich gerade übrigens (voll subjektiv) gerade geil finde ist, dass ich durch Web 2.0 (Facebook, Twitter) gerade schon merke, wie geil viele schon auf den All Star Day heute Abend sind. Das schürt auch in mir hier im Schlafanzug die pure Vorfreude. In diesem Sinne: See you at the Dome und danach im Schwarzlicht!
ich bin der meinung das die sportart an sich, sich nicht ändern wird (regelwerk). das was ich meine ist folgendes: ein verein bekommt die möglichkeit gezielt seine fanbase zu bauen und diese gezielt JEDERZEIT anzusprechen. weiterhin hat der verein die möglichkeit diese fanbase jederzeit zu analysieren und nach bedarf zu handeln, vor allem bei akuten problemen. vor allem aber bietet diese platform ein zusätzliches marketing instrument sponsoren anzusprechen. sagen wir mal die zielgruppe eines bball vereins sind familien mit kindern und studenten. wenn ein bbal verein 50.000 follwer hat, wäre dann nicht ein sponsor deren zielgruppe die gleiche ist, nicht daran interessiert diese leute direkt anzusprechen, die werbung gezielt zu setzten und zwar jederzeit?
im gegensatz zu südeuropa wo die meisten vereine von einer person finanziert werden, ist es in deutschland z.b. so das die vereine um jeden euro kämpfen müssen. web 2.0 ist umsonst und diese möglichkeiten müssen maximal ausgenutzt werden.
man kann jetzt natürlich sagen:" ja aber, es dauert zu lange, und wenn wir in usa wäre könnte es vielleicht funktionieren. aber hier ist es einfach nicht so weit, bla, bla, bla..."
klar, man kann so argumentieren.
aber wenn man eine saison als sportler anfängt, dann fängt man nicht sich vorzubereiten am 1. spieltag, sondern 2 monate vorher.
ich meine web 2.0 im sport kommt und vor allem vereine sollten sich jetzt schon darauf vorbereiten wenn diese zeit gekommen ist, startklar zu sein....
die GEaschwindigkeit dieser Entwicklung ist vielleicht der einzige selbstreinigende Mechanismus dieser ganzen Entwicklung. Ich sehe das ja an mir selber. Ich komme mir immer mehr antiquiert vor, da ich weder "twittere" noch via mobile phone ins internet gehe. Auch itunes sind für mich eher ein Eiergericht. Ich denke, dass das früher oder später vielen Menschen so gehen wird.
Also, ich denke, dass der Sport sich garnicht so sehr radikal ändern wird, denn:
1. Was Social Media im Kern bedeutet und was ja auch im Video anklang, ist, das die Reflexions- und Reaktionszeit für ein bestimmtes Ereignis (z.B. gamewinning Buzzerbeater von LBJ im 7. Spiel der Finals 2010 ;) ) immer weiter sinkt, d.h. Menschen können schneller auf ein Ereignis reagieren und reflektieren bzw. können auch die Reaktionen anderer Teilnehmer schneller einsehen und wiederum verarbeiten und darauf reagieren.
2. Der Sport als solcher wird aber nicht schneller, sondern nur die externe Reaktionszeit des Betrachters, von daher wäre die einzige radikale Veränderungsmöglichkeit, das der Sport an sich zu schnelleren Abläufen findet und das wäre nicht umbedingt wünschenswert. Oder wollen wir wirklich z.B. fliegenden Wechsel oder verkürzte Auszeiten/ Viertel- und Halbzeitpausen?
3. Deshalb muss ich Stephen Arigbabu recht geben, wenn er fragt: Wo wird das alles enden? Die Welt dreht sich schon immer schneller, Burn-Out und leistungsdruckinduzierte Erkrankungen (z.B. Depressionen) nehmen immer mehr zu. Es gibt ja nicht umsonst Gruppierungen wie Slow-Food o.ä. die auf Entschleunigung setzen. Ich gebe dir recht Marco, man muss sich anpassen, aber zu welchem Zweck??? Das alles noch schneller und unübersichtlicher wird? Oder sollten wir mal bewusst versuchen das Ganze zu entschleunigen und den Prozess eben nicht als zwangsläufig hinzunehmen, sondern ihn zu gestalten, das wieder mehr Reflexions-und Reaktionszeit gestattet wird?
Mit ein bisschen Verständnis für Zielgruppen, deren Bedürfnisse und die Funktionsweise der meisten Plattformen ist es so sehr einfach mit (relativ) geringem Aufwand sehr viele Potenziale zu nutzen.
Es geht doch längst nicht mehr darum ob wir es nutzen, sondern wie am effektivsten. Bestes Beispiel hierfür ist facebookbiz.de!
Und Marko: man müsste schon sehr naiv sein, zu glauben das MJ nur rein zufällig mit seinen Sneakern abgebildet ist. Aber genau das ist das Entscheidende: Es darf niemals gewollt aussehen.
ein weiteres beispiel ist der twitter account von d.wade: http://twitter.com/dwadeofficial
jetzt, im gegensatz zu armstrong hat er "nur" 160.000 follwer.
glaubt ihr wirklich das bild mit mj und dem nike schuh ist nur zufaellig zu sehen?
persönlich kann ich twitter nichts abgewinnen, und sehe auch Facebook und Co. nicht grade als besten ort für "allgemeines" an. Den Qualitatative Beiträge gehen da gerne unter, und man schließt viele Nutzer aus die nicht in Facebook aktiv sind. Um kontakt mit Freunden zu halten, haben solche Seiten aber imho ihren Reiz und über aktuelles kann man dort auch diskutieren(aber das geht hier doch auch)
Auf der anderen Seite bin aber auch froh über diese Medien, da sie gerade im charitativen Bereich eine hervoragende Plattform bieten, um auf seine jeweiligen Projekte aufmerksam zu machen und Support zu akquirieren.