Seit meinem Wechsel aus der Bundesliga zu Red Bull nach Österreich haben sich für mich einige Dinge geändert. So ist man beispielsweise gezwungen, schneller und in kürzerer Zeit zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her zu switchen. Des Weiteren fällt natürlich wesentlich mehr an Problemstellungen, Entscheidungen und Gesprächen an, die sich aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen länger über den Tag ziehen. Die Unterschiede zu meiner Arbeit beim HSV sind zum einen der mediale Aufwand und der Einfluss, die in der deutschen Bundesliga natürlich wesentlich höher sind. Dort hat man es nur mit einem Klub und verschiedenen Abteilungen zu tun, bei Red Bull hingegen haben wir es mit drei Klubs und zwei Akademien, dort unterschiedlichen Abteilungen zu tun. Außerdem ist die Arbeit aufgrund der kulturellen, leistungsmäßigen und organisatorisch-unterschiedlichen Gegebenheiten vielfältiger.
Trotzdem bin ich seit einiger Zeit wieder regelmäßig in Deutschland, um das Projekt „RB Leipzig“ zu betreuen. Mit dem bisherigen Verlauf kann man sehr zufrieden sein. Immerhin musste innerhalb von kürzester Zeit eine Mannschaft aufgestellt werden, die sich souverän den Meistertitel erspielt hat. Darüber hinaus gibt es gerade bei einem jungen Klub sehr viele organisatorische und formale/administrative Herausforderungen, welche wesentlich mehr Zeit und Energie rauben, als man sich das bislang vorstellen kann. Wir sind gerade dabei, die nächste Saison zu planen, werden als Heimstätte in der "Red Bull Arena", dem ehemaligen Zentralstadion, spielen und sind somit natürlich auch damit beschäftigt, die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, um uns sukzessive weiter in Richtung Bundesliga zu entwickeln.
Aber auch der Soccer in den USA – entgegen dem Glauben so mancher „Experten“ - entwickelt sich immer besser. Zwar nicht in Riesenschritten, aber kontinuierlich. Erst letztens war ein mehrseitiger Artikel in einer New Yorker Tageszeitung, der den Fußballern eine große Zukunft in den USA bescheinigt. Im Moment ist Soccer noch Sportart Nummer 5, wird aber schon in kürzester Zeit an Eishockey vorbeiziehen. Ich denke, dass die Entscheidung, die NY Red Bulls zu führen und an entscheidender Stelle, nämlich NY, den amerikanischen Fußball mitzuprägen, eine richtige war.
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